Fotografie-Tutorials

Filter für DSLR-Objektive

  • 2. März 2019

Filter werden üblicherweise auf ein Objektivgewinde aufgeschraubt. Es gibt aber auch Filter, die ein Halterungssystem benötigen. In jedem Fall wirkt der Filter vor dem Objektiv. Ein Filter besteht üblicherweise aus Glas und kann somit Einfluss auf die Qualität der Aufnahmen haben. Je nach Zweck kann der Filter sich stärker oder schwächer auf das Bild auswirken. Durch die Beschichtung des Filterglases sollen bestimmte Elemente des Lichts herausgefiltert werden, um den Effekt bereitzustellen. Hierbei kann der Name jedoch verwirren (IR-Filter filtert alles nur nicht das Infrarotlicht heraus, während der UV-Filter das ultraviolette Licht versucht herauszufiltern).

Polarisations-Filter oder Pol-Filter

Ein Pol-Filter (Polarisations-Filter) dient der Unterdrückung von Reflektionen und intensiviert dabei die Farben blau und grün. Ist also Wasser oder Schnee im Bild und sollen die Reflektionen gemindert werden, dann empfiehlt sich ein derartiger Filter. Genauso aber lohnt sich ein Pol-Filter, wenn der Himmel in einem kräftigen Blau und/oder Wälder und Wiesen in kräftigem Grün dargestellt werden sollen. Das Grün und Blau durch den Pol-Filter verstärkt werden, liegt daran, dass die Wasserreflektionen im Himmel und auf den Blättern unterdrückt werden. Hierbei ist ein Circular-Polarisationsfilter (CPL) immer die erste Wahl, weil man durch Drehen des Filters Einfluss auf die Auswirkung der Polarisation nehmen kann.

Ein Pol-Filter hat aber eine Nebenwirkung. Er dunkelt das Bild um ein bis zwei Blendenstufen ab. Dies kann sich somit in schlechteren Lichtverhältnissen negativ auswirken. In Kombination mit einem ND-Filter (Neutral-Dichte-Filter) kann die Abdunkelung aber auch fördernd wirkt, wobei hinzu der Polarisationseffekt kommt.  

Neutral-Dichte-Filter, Grau-Filter oder ND-Filter

Ein ND-Filter (Neutral-Dichte- oder Graufilter) dient der Reduzierung der Helligkeit und ermöglicht so eine Langzeitbelichtung, obwohl dies wegen der Helligkeit sonst nicht möglich wäre. Dies ist vor allem sinnvoll um bewegtes Wasser weich darzustellen.  Auch hohes Gras im Wind kann so in Bewegungsunschärfe fallen gelassen werden, während ein Baum und Felsen kristallscharf dargestellt werden.

Verlaufsfilter

Ein Verlaufsfilter eignet sich immer dann, wenn man den Himmel gegenüber der Landschaft abdunkeln muss. Das kann man zwar auch softwaretechnisch lösen, wozu aber eine geeignete Fotografie erforderlich ist (Aufnahme eher dunkler belichten). Der Einsatz kann auch sinnvoll sein, um mehr Struktur und Dramatik in den Himmel zu bringen.

Ultra-Violett-Filter oder UV-Filter

Ein UV-Filter dient der Reduktion von UV-Strahlung und reduziert so ein wenig Blau im Himmel. Dies ist gerade an sehr klaren wolkenlosen Tagen sinnvoll. Tatsächlich kann man diese Reduktion auch via Software erreichen. Da der UV-Filter der preiswerteste Filter ist, wird er gern als Schutz für das Objektiv eingesetzt. Staub setzt sich dann also statt am Objektiv auf dem Filter ab. Aber auch da muss er für qualitativ hochwertige Bilder entfernt werden. Ein Stoß würde sich zwar erst auf den Filter auswirken, aber das splitternde Glas kann Kratzer auf dem Objektiv hinterlassen. Da der Filter fest mit dem Objektiv verbunden ist, wirkt sich ein Stoß also auch direkt auf das Objektiv aus. Also ist ein Filter nicht wirklich ein Schutz des Objektivs. Ganz im Gegenteil. Mehr Glas wirkt sich negativ auf die Qualität der Bilder aus. Man sollte Filter also nur dann einsetzen, wenn man sie auch wirklich braucht.

Infrarot-Filter oder IR-Filter

Infrarot-Filter werden eingesetzt, um eine Aufnahme im Wellenbereich des Infrarot-Lichtes zu machen. Hierbei wird also nicht das Infrarot-Licht ausgefiltert, sondern alles Licht außer das infrarote Licht. Will man in einen sehr tiefen Infrarot-Bereich (Lichtwellenbereich) herunter, so geht dies nicht mit einem Filter, weil die Kamera meist einen eingebauten Filter gegen Infrarotlicht enthält. Daher gibt es Kameras die speziell zum Fotografieren von Infrarotaufnahmen umgebaut wurden. Infrarot-Aufnahmen wirken hierbei surreal. Blätter von Pflanzen wirken hell statt dunkel, der Himmel hingegen wird dunkel statt hell. Andere Gegenstände wirken tatsächlich genau so dunkel wie wir sie real empfinden. Eine Infrarot-Aufnahme sollte man später stark nachbearbeiten. Hierbei können sensationelle surreale Landschaftsaufnahmen entstehen.